Stettin

von | 19 Aug. 2022

Du hast nur vierundzwanzig Stunden und möchtest mal raus aus der Großstadt? Dann ist Stettin genau das richtige für dich. Geht auch als Witwe oder Single. In diesem Beitrag findest du die wichtigsten Informationen für einen Kurztrip an die polnische Ostseeküste.

Samstagmorgen, die Sonne brennt schon zeitig. Ich springe in mein Auto und starte auf der Autobahn Richtung Stettin. Ja, mit dem Auto, mit dem Diesel. Solange ich es noch habe, wird es auch genutzt. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn auf dem Rückweg wird getankt.

Es gibt keinen Stau, ich komme super durch und wie immer möchte ich meinen Fuß zunächst ins Meer setzen. Also setze ich das erste Ziel in

Misdroy – Międzyzdroje

Der Ostsee-Urlaubs-Sehnsuchtsort vieler Polen. Erinnerungen an eine DDR-Kindheit ploppen auf. Es ist ein bisschen wie früher aber auch typisch polnisch. Überall locken Fressbuden mit leckeren Düften. Es ist Mittag, ich habe Hunger. Polen und Ostsee ist für mich gebratener oder geräucherter Fisch. Das geht immer. Leckere Brötchen und Räucherfisch – ideal:

Das Meer

Der Strand, die Parkplätze, der ganze Ort ist restlos überfüllt. Menschen überall. In Polen ist noch alles, wie es mal war: Vater, Mutter, Kind. Ein Rückzugsort für die Normalität. Wer es mag, kann hier seine Seele wieder auftanken.

Entsprechend voll ist es überall:

Die Mole von Misdroy

Für so Misanthropen gibt es da nur die Flucht nach vorn: auf die Mole. Im Wasser sein, ohne im Wasser zu sein. Das Wasser ist übrigens angenehm frisch und klar. Aber halt voller Menschen. Menschensuppe. No – thank you!

Der Anfangsbereich der Mole ist überdacht und links und rechts gibt es alles was man für den Strandbesuch braucht: Erinnerungsklitzer und Badedinge. Aber auch unfassbar tollen Kuchen:

Warum zur Hölle bin ich so satt? Warum gibt es sowas nicht in Berlin? Wo ist der Zugang zu meinem Kuchenmagen. Sofort geotaggen! Ich komme wieder und esse vorher drei Tage nichts!

Genug Menschen – ab in die Stadt:

Stettin

Ich bekomme ganz schnell zu viel von Menschen. Dann muss ich weg. Ein kühles ruhiges Hotelzimmer nur mit mir wäre jetzt ideal. Nächstes Ziel:

Vulkan Hotel

Franciszka Ksawerego Druckiego-Lubeckiego 6A, 71-643 Szczecin, Polen

HOTEL

Etwas außerhalb vom Zentrum, ungemein preiswert und verkehrstechnisch angebunden. Wenn du einen Maschinentyp als Freund/Mann/Kind hast – stelle ihn ans Fenster. Hier kann er direkt auf die Wulkan Werft schauen. Problem gelöst.

Das Frühstück – ich weiß, ich greife vor: aber so ein gutes Hotelbuffet hatte ich seit Krakau nicht mehr. Und das ist zwei Jahre her. Und war auch in Polen. Zufall? Ich glaube nicht. Frisches Gemüse, selbstgebackener Kuchen, selbstgemachte Salate, Pancakes, Ahornsirup, Rührei, Speck … Uferlos!

Aber zurück zum Vortag:

Die gute Klimaanlage sorgt dafür, dass ich direkt runterfahre. Kurzer Powernap und ab in die Straßenbahn. Hier geht alles digital, lade dir dafür die TicketApp runter. Das Ticket kostet lächerliche 1,50 EUR oder so.

In zwanzig Minuten geht es auf diesem Transportweg ins Zentrum und ab zum Kuchen:

Przystań na kawę

Generała Ludomiła Rayskiego 19, 70-435 Szczecin, Polen

https://www.facebook.com/przystannakawe/

Super freundlich – sprechen englisch – Kartenzahlung möglich

Weiter geht’s, es ist unfassbar heiß und ich habe Durst. Die beste Adresse um preiswert alles zu bekommen ist in Tschechien und Polen der

Żabka

Das ist im Grunde genommen ein Späti nur tausendmal besser. Hier gibt es rund um die Uhr geöffnet und an jeder Ecke alle Dinge, die man gerade dringend zum Leben braucht für einen schmalen Taler: Getränke, frisches Gebäck, Waschpulver, Red Bull, Zigaretten, Rasierer.

Der Ostblock ohne ein gutes Bier ist kein Leben. Auch nach Polen ist die Welle der Mikrobrauereien rübergeschwappt. Also geht es ab in die Neue Brauerei:

Nowy Browar

Partyzantów 2, 70-222 Szczecin, Polen

http://nowybrowar.pl/kontakt/

Bier ist lecker – sprechen englisch – essen ist ok – schönste Kellnerin – Kartenzahlung

Am Nachbartisch sitzen vier Freundinnen um die vierzig, bestellen schon die vierte Runde Bier und rauchen dabei. Dabei sehen sie unfassbar schick aus, die LV-Bag immer in Reichweite. Irgendwann bestellen die Mädels ihr Essen: Haxe, Pieroggen, Pasta und Braten. Bilder aus einer anderen Welt.

Der Hafen

Die Sonne ist längst untergegangen und am Hafen ist Rummel. Ein Riesenrad rotiert am Horizont. Scheinbar sitzt die ganze Stadt am Ufer. Hier darf man sein mitgebrachtes Bier trinken. Ich erfahre, dass dies in Polen nicht erlaubt ist – Alkohol trinken in der Öffentlichkeit.

Die Stimmung ist ausgelassen, aber nicht bedrohlich.

Ich entscheide mich für eines der vielen Bar-Boote, die hier anliegen. Ein DJ legt flotte Musik auf, es ist überall noch Platz. Bier gibt es in Selbstbedienung und natürlich mit Kartenzahlung.

Irgendwann geht es wieder mit der Straßenbahn zurück nach Hause. Eine Wohltat: keine besoffenen und stinkenden Menschen in der Bahn. Ich bin begeistert.

Fazit:

Stettin ist eine Reise wert. Ich komme bestimmt wieder, habe ich ja noch nicht einmal eine Sehenswürdigkeit gesehen, sondern nur gefuttert.

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